Andacht
Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirchengemeinde,
in wenigen Wochen geht das Jahr 2026 zu Ende. In einem Choral heißt es: „Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz...“ Erneut gelangen wir an das Ende eines Jahres, in dem viele Fragen offen bleiben. Wir erleben spätestens seit der Corona-Krise vor 7 Jahren eine Welt in Unordnung. Diese Unordnung führt zu einer erheblichen Verunsicherung, zu Vertrauensverlust, ja so möchte ich es sagen, zu einer nicht unerheblichen Orientierungslosigkeit. Wir sehen sehr deutlich, dass die Probleme unserer Gesellschaft nicht gelöst werden. In Vielem fahren wir auf Sicht. Für die Menschen, die viel arbeiten, aber mit ihrer Arbeit nur ein geringes Einkommen erzielen können, sind schwere Zeiten angebrochen. Wir spüren die Folgen der ungelösten Kriege, vor allem in der Ukraine, Rußland, Gaza und dem Iran. Obwohl die Kriege weit weg sind von uns, hat all dies ganz konkrete Auswirkungen z.B. auf die Energiepreise in Deutschland. Hinzu kommen etliche Ängste, so vor der Ausweitung der Kriege. Und wird der Klimawandel mit Hitze und Trockenheit auch unser Leben verändern? Welch eine Rolle wird in absehbarer Zeit die K I spielen? Fluch oder Segen- wie so oft in unserer Geschichte? Wo dürfen wir Vertrauen wagen, was gibt uns Frieden und Zukunft? Welch eine Rolle spielen in diesem Prozess unsere christlichen Kirchen? Denn auch in den Kirchengemeinden, ja unter uns Christen, treten immer wieder die unterschiedlichen Meinungen und Auffassungen zu Tage. Gut ist es, dass wir, wie in jedem Jahr, auch in diesem Jahr an Heilig Abend die Weihnachtsgeschichte hören. Sie erzählt von einer tiefen Sehnsucht. Immer dann, wenn diese Sehnsucht in Frage gestellt wurde, war sie besonders prägnant und aktuell. Schon viele Jahrhunderte vor der Geburt Jesu gab es Menschen, die diese Sehnsucht klar formulierten und zur Sprache brachten. Gerade in schwierigen Zeiten warben sie für ein Gottvertrauen. Einer war der Prophet Jesaja, dessen Text jedes Jahr in den Weihnachtsgottesdiensten zu Gehör gebracht wird – Jesaja sagt uns auch heute zu: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht…uns ist ein Kind geboren, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; … seine Herrschaft werde groß und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er´s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit...“ Das Wunderbare, ja das Faszinierende der Weihnachtsbotschaft bleibt: Nicht Panzer, Drohnen, Politik verändern die Dinge zum Guten, nein- es ist ein Kind, mit dem Gott etwas Neues mit den Menschen beginnen will. Diese Hoffnung bleibt und sie wird durch Weihnachten zur Gewissheit.
Kommen Sie weiter gut durch dieses Jahr und haben Sie einen guten Start in das Jahr 2027
Ihr Pastor
Matthias Staak
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