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Andacht

 

Liebe Gemeindeglieder und Freunde der Gemeinde,

 

heute ist der 8. Mai, vor 80 Jahren ging der 2. Weltkrieg in Europa seinem Ende entgegen. Seit Kindheitstagen hat dieser mich begleitet als ein Tag des Erinnerns, Gedenkens und einer tiefen Scham. Am 1. September 1939 hat Deutschland einen der entsetzlichsten Kriege der Menschheitsgeschichte mit dem Überfall auf Polen begonnen. Von Anfang an hatten die Nationalsozialisten den Krieg im Osten als einen brutalen Vernichtungskrieg geplant. Zuerst gegen das polnische Volk, später gegen die jüdische Bevölkerung vor allem im Osten Europas. Mit dem Überfall 1941 auf die Sowjetunion wurde dieser Vernichtungskrieg auch dort fortgesetzt. Viele Orte erzählen von dem Leid und Tod von Millionen von Menschen, sie sind Teil unserer Erinnerungskultur und ein Bewusstmachen, zu was der Mensch in der Lage sein kann. Am Ende kam der Krieg nach Deutschland selbst, ja- auch Millionen von Deutschen sind gestorben- als Soldaten, auf der Flucht, den Bombardements auf deutsche Städte. Ich denke in diesen Tagen besonders an die Kriegskinder. An die Generation meiner Eltern, die heute über 80 Jahre alt sind. Meine Mutter stammt aus Pommern, 1942 wurde sie in Schlawe geboren. Bewusste Erinnerungen an Krieg und Vertreibung hat sie kaum welche. Aber das Erinnern hat ihre Familie geprägt, obwohl meine Großmutter über das Erlebte der Flucht nicht sprechen konnte. Dennoch war das Kriegsende mit all dem, was sich ereignet hatte, ein Schlüsselerlebnis. Es gab eine Zeit davor und eine Zeit danach. Immer wieder habe ich mit Kriegskindern sprechen können, die meisten haben die Vertreibung aus Pommern, Ost- und Westpreußen sowie Schlesien erlitten. Sie haben die Geschichten, das Erlebte mitunter erzählen können, wie sie z. B. aus Ostpreußen über das Frische Haff geflohen sind und dann die Tiefflieger kamen, die Trecks beschossen und Bomben warfen. Viele ertranken und starben. Fast alle, die den Krieg erlebt hatten, waren sich in einer Beurteilung einig: Nie wieder Krieg! Das sollte die Lehre aus dem Erlebten sein. Die Botschaft Jesu ist die: Wie können wir Menschen mit Spannungen so umgehen, dass daraus kein Krieg erwächst. Am 8. Mai wurde in Rom ein neuer Papst gewählt, Leo XIV., er begrüßte die wartende Menge mit dem Friedensgruß: „ Friede sei mit Euch“. Welch eine Ermutigung in diesen Tagen! Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Rom: „ So viel an Euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.“

 

 

Einen guten Sommer wünscht Pastor

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Veröffentlichung

Di, 10. Juni 2025

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